Alle Artikel von Susanne Weller

Architektur: So kam das Bauhaus nach Tel Aviv

Tel Aviv, gilt als die Bauhaus-Stadt schlechthin. Im Zentrum der Startup-Supercity am Mittelmeer stehen rund 4.000 Gebäude, zu einem großen Teil von Bauhaus-Architekten im International Style erbaut. Das ist mehr, als irgendwo sonst auf der Welt. 2003 erklärte die UNESCO dieses Freilichtmuseum der Architektur zum Weltkulturerbe. Das Faszinierende an diesem Ensemble sind die unterschiedlichen Handschriften der Architekten, die Stilvarianten, der gesellschaftliche Hintergrund, vor dem diese Häuser gebaut wurden, und nicht zuletzt die Kulisse: die Gartenstadt Tel Aviv, in einem heiß-feuchten Klima. Selbst wenn heute nicht mehr alle Häuser strahlendweiße Fassaden haben, manche sind braunschattiert, gräulich-pastellig, unrenoviert und unverputzt, so erkannt man doch schon auf den ersten Blick ihre stilistische Herkunft.

Bevor das Bauhaus nach Tel Aviv kam

Tel Aviv wurde 1909 gegründet. Es gab ein paar wenige Häuser, unter anderem von deutschen Templern – die auch heute noch dort stehen und einem kurz das Gefühl geben, in Bayern zu sein – ansonsten viel Dünensand, Hitze, das Mittelmeer im Westen und im Norden den Fluss HaYarkon. Meir Dizengoff, seinerzeit Bürgermeister von Tel Aviv, beauftragte 1925 den Schotten Sir Patrick Geddes damit die Stadt so zu planen, dass sie genug Platz für das erwartete Bevölkerungswachstum bietet. Geddes entwarf einen Masterplan mit breiteren Verkehrs- und schmaleren Wohnstraßen, Wohnblöcken, sozialer Infrastruktur und kurzen Wegen. Er baute Tel Aviv als Gartenstadt nach europäischem Vorbild, mit dem entscheidenden Unterschied, dass er die Grünanlagen in die Stadt integrierte. Geddes gab den Rahmen und den Grundriss vor, in dem eine neue Architektengeneration wirken sollte.

Die Bauhaus-Architekten von Tel Aviv

Bereits in den 20er Jahren sind viele der künftigen Bauhaus-Architekten Tel Avivs aus Osteuropa nach Palästina immigriert. Von dort aus gingen sie an die modernen, renommierten europäischen Architekturschulen und studierten unter anderem bei Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe am Staatlichen Bauhaus. In den 30er Jahren verließen viele von ihnen Europa endgültig. Rund zwei Dutzend ehemalige Bauhausschüler emigrierten nach Palästina. Einer der wichtigsten Vertreter der Zeit war Arieh Sharon. 1920 kam der gebürtige Pole im Alter von 20 Jahren nach Palästina. 1926 ging er ans Dessauer Bauhaus und nahm bei Walter Gropius sein Studium auf. Er absolvierte bei Hannes Meyer, in dessen Berliner Architekturbüro er parallel zum Studium bis 1931 arbeitete. 1932 verließ er Deutschland und ging nach Tel Aviv.

Anfang der 1930er Jahre schlossen sich die emigrierten europäischen Architektur-Kollegen zusammen, neben Arieh Sharon waren es unter anderem Dov Karmi, Ze´ev Rechter, Carl Rubin, Josef Neufeld, Richard Kaufmann, Genia Averbuch, Shmuel Mestechkin, Shlomo Bernstein, Munio Gitai-Weinraub und Josef Berlin. Nach dem Berliner Vorbild nannten sie ihre Architekten-Vereinigung HaChug (hebräisch für „der Ring“, so hieß das deutsche Pendant), gaben die Zeitschrift HaBinjan („Der Bau“) heraus, gewannen stetig an Einfluss und Bedeutung in der Stadt und begannen, die Mittelmeermetropole Tel Aviv zu bauen. Die Bevölkerung wuchs rasant. Den Architekten ging es um die Ästhetik der Effizienz, den Leitgedanken des Bauhauses „Form follows Function“, „Wohnen für alle“ und „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ – Maxime, die perfekt zu Zeit und Ort passten.

Wohnen für alle

Die Stadtplanung von Sir Patrick Geddes und das Klima gaben den Rahmen vor: Der Wind kommt von Westen, es ist bisweilen unerträglich heiß und es gab noch keinen Schatten durch Bäume oder Bauten. Es musste schnell gehen und so wurde mit dem Material gebaut, das da war, vorrangig mit Beton, auch Glas, aber Eisen war schwierig zu beschaffen. Die Architekten passten ihr in Europa erlerntes Handwerk und ästhetisches Empfinden den Bedingungen des Ortes an und schufen so die markanten zwei- bis dreigeschossigen Häuser mit ihren oft umlaufenden, abgerundeten Balkonen, die für Luftzirkulation sorgen. Kleine, schlitzartige Fenster verhindern das Aufheizen der Räume. Die Flachdächer dienen als Nutzfläche und abendlicher Treffpunkt der Hausgemeinschaft. LeCorbusiers Säulenprinzip ermöglicht, unter den Häusern noch einen Garten anzubauen, zusätzlich zu den Grünflächen, die der Geddes-Plan vorgesehen hatte. Schnörkellos, schlicht, geprägt von den zeitgeistigen Vorstellungen der Architekten und von unglaublich moderner Präsenz – so entstand Tel Aviv, übersetzt: „Hügel des Frühlings“.

2019 wird das Bauhaus 100 Jahre alt. Die Architekten von damals haben für wachsende Gesellschaften und nach ihren neuen Prinzipien gebaut – Motive, die heute aktueller sind denn je, wenn wir uns mit Urbanisierung, wachsenden Städten und Smart Cities beschäftigen, die derzeit für die Zukunft geplant werden. Auch hier kann und wird Architektur wieder eine entscheidene Rolle spielen und gesellschaftliche Kontexte sichtbar und erlebbar machen. In Tel Aviv lässt sich bei meist strahlendem Sonnenschein schön Eintauchen in diese faszinierende Verwobenheit von Architektur- und Gesellschaftsgeschichte.

Der Artikel ist ähnlich bei Stylemag erschienen http://www.stylemag.net/2016/10/27/architecture-so-kam-das-bauhaus-nach-tel-aviv/

Weiterführende Lektüre:

Es gibt nicht viel Literatur, die sich mit den Lebenswegen und dem Schaffen der Architekten in Tel Aviv dieser Zeit beschäftigt. Erfreuliche Ausnahme: Das gerade erschienene Buch „Kibbutz und Bauhaus- Arieh Sharon und die Moderne in Palästina“ von Wiebke Dursthoff.

 

Smart City Wien – Interview mit Mag. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien

Wie kann der Wandel einer existierenden Stadt zu einer Smart City gelingen? Wien hat sich diese Frage schon früh gestellt. Bereits im März 2011 hat der Wiener Bürgermeister die Initiative „Smart City Wien“ ausgerufen. Seit 2014 sorgt nun Mag. Ulrike Huemer als CIO, Chief Information Officer, für die Vernetzung und Kooperation aller am Umbau beteiligten Akteure. Für sie spielt die IKT in der Smart City eine zentrale Rolle und kann „als ihr Nervensystem verstanden werden“. Susanne Weller hat nachgefragt, welche Faktoren außerdem wichtig sind.

Wien ist Vorreiter beim Umbau zur Smart City. Was ist das Erfolgsrezept?

Ulrike Huemer: „Die Smart City Rahmenstrategie ist von einem ganzheitlichen und partizipativen Ansatz geprägt. Im Unterschied zu anderen Smart City Konzepten in Europa wie auch in Asien stellt Wien nicht die Technologien in den Mittelpunkt, sondern die BewohnerInnen der Stadt und deren Nutzen. Es geht uns darum, gemeinsam mit der Bevölkerung und den Unternehmen Stadt zu entwickeln und zu gestalten. Technologie wird dazu als Mittel zum Zweck optimal eingesetzt. Es ist uns besonders wichtig, die BürgerInnen durch den Einsatz von partizipativen Methoden stärker zu aktivieren und deren Meinung und Wissen zu nutzen. Das zeigt auch der Slogan „1,8 Millionen Gehirne nutzen wir sie“.

Digitalisierung bedeutet immer auch Transformation: Wie schafft es Wien, auch nicht-digitale Menschen für die Neuerungen zu begeistern und einzubeziehen?

Ulrike Huemer: „Mir ist es wichtig, dass Digitalisierung als Thema erkannt wird, das sämtliche Lebensbereiche, wie Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Gesellschaft, Bildung, Verwaltung, Forschung etc. erfasst, beeinflusst und verändert. Diese Tatsache der Transformation bereitet den Menschen Sorgen und erzeugt Angst. Dieser Angst kann man mit Transparenz und Partizipation begegnen.
Technologieeinsatz ist wichtig und nicht mehr wegzudenken, aber man darf die Menschen und deren Anliegen dabei keinesfalls aus den Augen verlieren! Deswegen wurde z.B. die Digitale Agenda Wien, die Digitalisierungsstrategie, in einem Crowdsourcing-Projekt mit rund 1000 BürgerInnen und UnternehmerInnen entwickelt. Derzeit entsteht eine neue Stadt Wien App, die Usability wird in BürgerInnen-Workshops erarbeitet. Das sind Beispiele für Projekte, bei denen wir gemeinsam Lösungen für existierende Bedürfnisse finden.“

An welchen Berührungspunkten kommen BürgerInnen mit der Smart City Wien in Kontakt?

Ulrike Huemer: „Smart City Wien bedeutet u.a. die Stadt der kurzen Wege. Das E-Government der Stadt Wien wird so modernisiert, dass Dienstleistungen und Services uneingeschränkt online zur Verfügung stehen.
In der Seestadt Aspern – ein neuer Stadtteil für 30.000 Menschen und unser Smart City Living Lab mit einer Industry 4.0 Pilotfabrik – werden derzeit Technologien für Smart Meter, Smart Living, Data Analytics gemeinsam mit der dort lebenden Bevölkerung getestet. Diese Aktivitäten machen die Smart City sichtbar und erlebbar, sie schaffen Vertrauen.“

Woran können BürgerInnen den Mehrwert „ihrer“ Smart City Wien erkennen, was hat die Smart City Wien, was Wien nicht hatte?

Ulrike Huemer: „Die BürgerInnen erkennen Smart City Wien durch neue und transparente Möglichkeiten, an der Stadtentwicklung mitzuwirken, die Lebensqualität bleibt im gewohntem Ausmaß erhalten, die Wege werden kürzer und vor allem nutzerInnenfreundlicher und die Stadtverwaltung wird effektiver und effizienter. Darüber hinaus fördert der Technologieeinsatz den Wirtschafts- und Forschungsstandort und das schafft Arbeitsplätze. Wien wird somit in Zukunft nicht nur bekannt für Musik, Kultur und Geschichte sein, sondern als Digitale bzw. technologische Stadt wahrgenommen werden.“

Mag. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, bei Twitter: @UlrikeHuemer

Weitere Informationen:

www.wien.gv.at

www.digitalcity.wien

www.digitaleagenda.wien

Das Interview ist Teil der losen Artikelserie zu Smart Cities. Weitere Folgen beschäftigen sich künftig mit smarter Energieversorgung, Sicherheit, IoT für Smart Cities, Konzepten und Akteuren.

 

 

Smart City: Die Stadt der Zukunft entsteht aus Sensoren

Die Zeit drängt: Laut einer Studie der UN werden 2050 rund 66 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Städten leben – derzeit ist es gut die Hälfte. Deswegen arbeiten Architekten, Stadtplaner, IT-Experten, Politiker und Bürger gemeinsam an Visionen und Konzepten für die Stadt der Zukunft. Und so, wie Amsterdam auf Heringsgräten gebaut sein soll, St. Petersburg aus Schlamm entstand und Venedig auf Inseln steht, bilden jetzt Sensoren das Fundament für die Stadt von Morgen. Sie sind der Grundbaustein für die Smart City, die Stadt eines neuen Typs, in der Gebäude, Straßen, Gehwege und Stadtmobiliar untereinander und mit den Smartphones und Wearables der Bürger und Besucher vernetzt sind, kommunizieren und Daten in Echtzeit tauschen. Weiterlesen

CLUTCH: Ein neues Magazin entsteht

Print lebt. Immer. Mit CLUTCH kommt im September ein neues Gesellschaftsmagazin in den Handel, dass die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Einzelnen, die Gesellschaft als Ganzes und auf die Wirtschaft beleuchtet. Susanne Weller schreibt darin über Smart Cities im Allgemeinen und über Paris, Barcelona, Wien, Masdar, Singapur im Besonderen. Schnelle Appetithäppchen, die langen Geschichten zu Smart City gibt es dann hier auf der Website.

CLUTCH wurde von Andrea Buzzi, Inhaberin der auf Digitalthemen spezialisierten PR-Agentur Frau Wenk, und Chefredakteur Gerhard Buzzi ins Leben gerufen. Mit dem Magazin wird ein alter Traum wahr: Über die Digitalisierung schreiben und in einem Coffe-Table-Magazin präsentieren. Journalisten, Fotografen und Designer arbeiten zusammen an dem ehrgeizigen Projekt: Vom Start bis zum Druck hat sich das Team nur 10 Wochen Zeit genommen. Im September sucht die Erstausgabe von CLUTCH dann im ausgewählten Einzelhandel nach begeisterten LeserInnen.

Kaufen ist auch online möglich, vorbestellen und vormerken lassen ebenfalls, einfach per Mail an clutch-mag [at] frauwenk.de http://clutch-magazin.de

Ausstellung: Big Bang Data – What does Data mean to you?

Pro Tag produzieren wir Daten in gigantischen Mengen. Laut der Studie „The Digital Universe – EMC“ von EMC und IDC werden wir im Jahr 2020 mit 44 Billionen Gigabytes genauso viele digitale Bits pro Jahr erzeugen, wie es Sterne im Weltall gibt. Wie wirkt diese Datenflut auf uns Menschen, wie verändert sich unsere Wahrnehmung? Was macht es mit uns, wenn immer mehr Sensoren zwar Probleme lösen, Städte als Smart City bauen oder wandeln, für eine bessere Vernetzung und schnellere Kommunikation sorgen, auf der anderen Seite aber auch tief in unseren Lebensrhythmus eingreifen?

Die Wanderausstellung „Big Bang Data – Singapur“ widmet sich diesen Fragestellungen. Derzeit macht sie zum ersten Mal in Asien, in Singapur, Station und Dorothea Kriele, Coach und Traveller aus dem Weller-Media-Netzwerk, hat sie sich angeschaut und ein paar Fotos mitgebracht.

„Big Bang Data“ ist in acht Themenkomplexe eingeteilt, darunter „Understanding the Cloud“, „The Data Explosion“, „I am Data“, „We are Data“, „What Data can´t tell“ und „Data for the Common Good“. Jeder Bereich ist durch Arbeiten von unterschiedlichen internationalen Künstlern, Designern, Journalisten und Innovatoren und zum Teil interaktiven Informationen geprägt. Das Besondere der Ausstellung liegt in der Visualisierung der ansonsten unsichtbaren Datenflut, Bits und Bytes bekommen ein Gesicht. Das erleichtert das Innehalten und Nachdenken über die einzelnen Themen.

Singapur spielt als Stadtstaat und Smart Nation eine besondere Rolle beim Umgang mit Daten. Kaum eine andere Stadt der Welt ist so weit fortgeschritten im Umbau einer existierenden Stadt zu einer Smart City. Daten liefern den Rohstoff, auf dessen Basis das Leben der BewohnerInnen verbessert werden soll. Die Ausstellung zeigt Beispiele für die Smart Nation – weist aber auch auf Grenzen hin, die durch die alleinige Nutzung von Technologie entstehen.

Initiiert wurde „Big Bang Data“ in Singapur von ArtScience Museum, Coproducer sind CCCB, Centre de Cultura Contemporània de Barcelona und Fundación Telefonica.

Falls jemand der LeserInnen in der Nähe ist: Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. Oktober 2016, täglich von 10 bis 17 Uhr im Art Science Museum, Singapur. Mehr Informationen:

(c) Dorothea Kriele

Ingo Günther – World Processor (c) Dorothea Kriele

Data For The Common Good (c) Dorothea Kriele

Data For The Common Good
(c) Dorothea Kriele

What Data Means To You (c) Dorothea Kriele

BesucherInnen hinterlassen ihre Antwort auf die Frage: What Data Means To You (c) Dorothea Kriele

(c) Dorothea Kriele

(c) Dorothea Kriele

 

Glückwunsch zu 10 Jahren department one

Alexander Herweg ist seit 2013 Managing Director von department one, einem Unternehmen für CRM-Lösungen. Seit 2014 habe ich das Vergnügen, department one mit der Entwicklung von Content und dem Einsatz von Content Marketing zu unterstützen. Heute vor 10 Jahren wurde der Grundstein für department one gelegt. Ein guter Anlass für drei Fragen an Alexander Herweg zum 10-jährigen Geburtstag.

Alexander, department one feiert jetzt 10-jähriges Bestehen. Was ist das Geheimnis eures Erfolgs?

Alexander Herweg: „Vermutlich das, dass wir keine Geheimnisse haben: Wir arbeiten transparent, schnell und super flexibel. Deswegen sind viele Kunden über Jahre hinweg bei uns, zum Beispiel ABInBeV und Ferrero. Sie wissen, dass sie sich auf uns als Partner verlassen können und dass wir ihre Anliegen genauso ernst und wichtig nehmen, wie sie selbst. In den Geschäftsbeziehungen ist das Vertrauen auf Basis von guten Erfahrungen gewachsen. Das gibt uns als Team eine Bestätigung, dass wir das Richtige tun.

Heißt das, ihr habt euren Kurs in den letzten Jahren nicht geändert?

Alexander Herweg: „Wir sind gut in modularen Lösungen für CRM, Customer Relationship Management, und wir bieten Technologie, Know-how und Kreativität. Diesen Dreiklang verfeinern wir seit 10 Jahren und integrieren neue Technik und Methoden. Wir versuchen, wirklich am Puls der Zeit zu sein und setzen auf Design Thinking und Innovationsworkshops inhouse für unsere Teams. Vor 10 Jahren waren wir eine der ersten Agenturen, die mit einer Plattform für Marketinglösungen arbeitete. Das hat unseren eigenen Anspruch geprägt.

Den Kurs haben wir also beibehalten – und wir haben dazu die Flotte aufgerüstet und immer weiter optimiert. Die Plattform für CRM ist und bleibt indes unser Mutterschiff, auf das wir stolz sind.“

Was steht für die nächsten drei Jahre auf Deiner persönlichen Wunschliste für department one?

Alexander Herweg: „Ganz ehrlich gesagt: Noch mehr vom Guten. In den Teams entstehen brillante Ideen. Meine Aufgabe ist es, diese Visionen mit der Realität in Einklang zu bringen und daraus tragfähige, auf die Anforderungen von Kunden zugeschnittene Konzepte zu formulieren. Diese Mischung aus Innovationsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung können wir bereits gut. Mein Wunsch wäre, die Teams noch weiter auszubauen, so dass wir noch mehr Wissen an einen Tisch bringen können. Ansonsten bin ich gerade sehr zufrieden.“

Programmatic Advertising: Der Markt bewegt sich

Den Weg der Werbung vom Sender zum Empfänger zu verkürzen ist das Ziel von vielen Unternehmen aus den Bereichen Werbetechnologie (Ad Tech) und Marketing-Software. Es geht darum, Werbung mit der passenden Botschaft über den richtigen Kanal – das ist der, den die Zielgruppe auch tatsächlich nutzt – zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Zielgruppe oder noch besser, zugeschnitten konkret auf die Person, auszuspielen.

Das geht – und Programmatic Advertising ist das Zauberwort dazu. Nach anfänglichem Zögern nutzen nun auch in Deutschland immer mehr werbetreibende Unternehmen und ihre Mediaagenturen auf der Nachfrageseite und Publisher auf der Angebotsseite diese Möglichkeit des automatisierten, auf Algorithmen und Daten basierenden Ein- und Verkaufs von Online-Werbeplätzen. Der Markt ist hoch innovationsgetrieben und das Volumen enorm, Marktzahlen aus dem Oktober 2015 stehen unter anderem bei Adzine. Genauso enorm ist die Anzahl der Marktteilnehmer, wie die Übersicht von LUMA hier in dem Beitrag zeigt, Details gibt es bei LUMAPartners. Jeder möchte am leckeren Kuchen Programmatic naschen und jedes Jahr klingt der Ruf nach Konsolidierung. Bisher ist aber relativ wenig passiert, was dazu beitragen würde, die Anzahl der Marktteilnehmer signifikant zu verringern.

Das könnte sich jetzt ändern. Zumindest kommt mit der Ankündigung des Softwareunternehmens SAP, in den digitalen Werbemarkt einsteigen zu wollen, Bewegung in die Branche (Hintergründe bei Horizont.net). Das Unternehmen bietet künftig eine eigene Plattform, die werbungtreibende Unternehmen direkt mit Publishern verbinden soll. Diese so genannten Media-Exchange-Plattformen sind keine Neuerfindung, die gibt es in der Branche schon länger. Neu ist, dass SAP jetzt offiziell in diesem Markt ein eigenes Produkt anbietet.

SAP fiel als Player im Bereich Programmatic Advertising bislang nicht auf. Das Marktvolumen für Programmatic Advertising ändert sich nicht. Ändert sich jetzt der Markt? Wenn ja, wie? Eine kurze Einschätzung von Martin Meyer-Gossner, Partner im Netzwerk von Weller Media und Experte für digitale Strategien.

Für wen stellt SAP Konkurrenz dar?

Grundsätzlich muss sich auch SAP in einem stark umkämpften Advertising-Markt erstmal positionieren und zurechtfinden. Schließlich ist das Unternehmen bislang weniger als Marketingspezialist aufgefallen. Allerdings hat SAP natürlich bei allen Firmen faszinierende technologische Möglichkeiten an Unternehmensdaten heranzukommen, wenn die Software dort als Warenwirtschaftssystem oder im Bereich CRM bereits läuft. Da lässt sich ein Daten-Austausch schnell, ohne Datensilogerangel und ohne Drittanbieter durchführen, vorausgesetzt die Unternehmen vertrauen SAP beim Daten-Handling.

Welche Geschäftsmodelle werden betroffen oder sogar beeinträchtigt?

Daten sind das Öl der Unternehmen, wie ich auch immer noch gerne bei Events anmoderieren darf. Das Zurückspielen oder Abgleichen von Daten mit Exchange-Plattformen bleibt auch heutezutage die fragwürdige Unbekannte im Media-Geschäft. Je direkter der Weg zwischen Anbieter und Nachfrager von Werbeplätzen, um so weniger sehen Kunden vermeintlich Produkte, die sie schon gekauft haben. Zum Vorteil für die werbetreibenden Unternehmen. Agenturen und Drittanbieter werden sicher nicht sehr glücklich darüber sein, denn es kommen mit SAP und weiteren, die sich bereits angekündigt haben, Player auf den Markt, die viel technologische Intelligenz mitbringen und dann auch noch direkten Einblick in hohe und komplexe Datenbewegungen erkennen. Das könnte ein Vorsprung sein.

Kommt es jetzt zur viel beschworenen Konsolidierung im Markt?

Wer sich mal die Lumascapes angesehen hat, mag eine Konsolidierung des Marktes vorhersehen. Dennoch ist die Frage, ob der Markt nicht eher komplexer wird, wenn jetzt die Marken selbst mitmischen. Eins steht fest: Es bleibt spannend und wir werden bei der dmexco im September ordentlich Gesprächsstoff für die Panels haben.

Susanne Weller schreibt jetzt für Stylemag.net

Daily News aus den Bereichen Fashion, Kunst, Kultur und den guten Dingen des Lebens: Das gibt´s im Online-Magazin Stylemag.net. Susanne Weller wird dort jetzt regelmäßig über Architektur und Kunst schreiben. Den Auftakt macht „Glass, Needles and Pins – Kunst von Dafna Kaffeman und Silvia Levenson in der Galerie Lorch+Seidel„.

„Glass, Needles and Pins – Kunst von Dafna Kaffeman und Silvia Levenson noch bis zum 4. Juni 2016 in der Galerie Lorch+Seidel, Berlin-Mitte“

Politische Kunst ist oft laut, klagt an, provoziert – wirkt als WOW-Moment, hinterlässt aber nur selten ein nachhaltiges Gefühl. Nicht so bei Dafna Kaffeman, einer der bekanntesten israelischen Künstlerinnen, und der in Argentinien aufgewachsenen Silvia Levenson. Beide sind international bekannt für ihre Glasarbeiten – und als Aktivistinnen. Sie kommentieren aktuelle soziale und politische Ereignisse durch Objekte und Assemblagen und treffen mitten ins Herz der Gesellschaft. Der Kontext jedes Werks ist nicht mehr nur der inszenierte Moment, beleuchtet aus einer anderen, der künstlerischen, Perspektive, sondern die Gesellschaft in ihren Ungleichgewichten. Weiterlesen bei Stylemag.net

iPartment eröffnet erstes Smart Energy Building

iPartment erfüllt die Wünsche moderner Nomaden an Design, Technik, Komfort, Service und Lage. Mit 50 Serviced Apartments für Langzeitmieter ist das Unternehmen derzeit in Köln, Essen und Frankfurt vertreten, 2017 kommen Hamburg und Zürich dazu. Zum ersten Mal hat iPartment jetzt in Köln-Mülheim ein energiesparendes Passivhaus eröffnet und geht damit neue Wege beim Wohnen auf Zeit.

Matthias Rincón, Gründer und Geschäftsführer von iPartment, erklärt es so: „Unsere Vision vom richtigen und schönen Wohnen ist die perfekte Mischung aus Ästhetik, Design, ursprünglichen Baumaterialien, smarter Technik für die Steuerung von Wärme und Licht und einer durchdachten, ressourcenschonenden Energieversorgung. Gemeinsam mit unserem Partner, dem Architekten Franz Markus Moster, konnten wir diese Vision in dem Boarding House in Köln-Mülheim jetzt verwirklichen. Es macht uns froh und stolz, dass unser Konzept aufgegangen ist.“

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Smart Future

Ein paar persönliche Worte zum Start dieses Blogs

Als ich zum Ende meines Studiums ein terminologisches Wörterbuch Deutsch-Französisch über Fischereiwesen in der Nordsee anmeldete, lachte mein Professor: „Du musst die Begriffe definieren, in Kontext und Hierarchie bringen, das geht bei dem Thema nicht“.

Ich schrieb das Wörterbuch und fing an, Kommunikation und Sprache zu zerlegen, setzte mich mit Linguistik, Sprachwissenschaft und mit der Technologie zum Management von Terminologie auseinander. Meine neuen Lieblingsthemen waren Recherche, Analyse von Kommunikationsstrukturen und Sprache, Semantik, Kontext, Definitionen, Wortfelder.

Strategisches Storytelling

Die Faszination vom Sortieren und Zerlegen von Sprache und Kommunikation ist geblieben. Wenn ich heute Artikel schreibe oder für Unternehmen mit dem Auftrag arbeite, den Content zu suchen, in Form zu bringen und über die passenden Kanäle zu verbreiten (Stichwort: Content Hub) oder Themen und Personen bekannt zu machen, macht mir das so viel Spaß, wie damals meine Diplomarbeit. Anders als im Privaten, wo Sprache und Kommunikation durchaus Wellness- und Wohlfühlzwecke erfüllen kann und nicht nur zum puren Informationsaustausch dient, kann Reden aus Gründen des Selbstzwecks bei Unternehmen schnell dazu führen, dass keiner mehr zuhört, weil die Relevanz fehlt.

Heute ist es zugleich einfacher und schwieriger, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die man ansprechen möchte. Einfacher, weil in der digitalen Welt neue Räume entstanden sind, in denen man ins Gespräch kommen kann und Technologien die Wege dorthin ebnen. Schwieriger, weil so viel an Content produziert wird, dass es in diesen Räumen sehr laut geworden ist und man gute Argumente braucht, um sich darin Gehör zu verschaffen.

Hier ist im Vorteil, wer stimmig und strategisch kommuniziert. Ein Corporate Image entsteht in den Augen und im Kopf der anderen. Eine Marke, ob Person, Produkt oder Unternehmen, kann mit dem Markenkern, der Positionierung und allen anderen strategischen Entscheidungen die Weichen stellen, dass das Image nach Wunsch entsteht. Die passenden Bilder, die passende Corporate Language und die passenden Geschichten, schaffen die optimalen Voraussetzungen für Kommunikation mit Ziel und Zweck.

Der Kontext entscheidet

Selbst wer bis jetzt alles richtig gemacht hat muss noch die Herausforderung bewältigen, die Logistik des Contents zu meistern und den Kontext herstellen. Es klingt wie ein Marketing-Hülse, ist aber dennoch richtig: Der Kontext des Empfängers entscheidet darüber, ob eine Botschaft, eine Geschichte, ankommt und wie sie wirkt. Der ganze Kosmos um Content, SEO, Storytelling dreht sich um die richtigen Worte und Bilder, die zum richtigen Zeitpunkt die richtige Person erreichen. Das ist spannend, komplex und zum Teil planbar.

Auf in die Smart Future

Smart Future ist das, worum es in diesem Blog gehen wird. Sensoren sind die Synapsen der Technik. Wer sind die Baumeister unserer smarten Zukunft, wie geht das, wie erfolgt Kommunikation zwischen Maschinen untereinander und mit Menschen, wie wirken Wörter überhaupt, was ist Priming, wieso ist interkulturelle Kommunikation so schwierig? Das sind die Themen, die mich derzeit beschäftigen und über die ich hier im Blog berichten werde. Gespräche darüber, Anregungen und Inspirationen sind willkommen.